Symposium "Diversity in der Hochschulbildung" - ein Nachbericht

13.07.2018
Vortrag vor Teilnehmenden in Vortragssaal Urheberrecht: FH Aachen / Arnd Gottschalk

„Es ist kompliziert mit der Diversität – aber ein gutes Diversity-Management ist entscheidend für den Erfolg unserer Hochschulen und unserer Gesellschaften.“ Dr. Britta Baron, Vice-Provost und Associate Vice-President der University of Alberta, brachte den Tenor des zweitägigen Symposiums „Diversity in der Hochschulbildung“ auf den Punkt. 160 Gäste von rund 70 Hochschulen waren der gemeinsamen Einladung von FH Aachen und RWTH Aachen University gefolgt, um im SuperC der RWTH die Potenziale von Diversität in Studium, Lehre und Personalentwicklung auszuloten.

 

Diversität ist längst Realität an den Hochschulen, hier studieren und arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Offen ist aber, wie der Umgang mit Heterogenität strukturell im Wissenschaftssystem verankert werden kann. In drei thematischen Sektionen beleuchteten Expertinnen und Experten ihre Ansätze, Erfahrungen und Forschungen zu Aspekten der Bildungsgerechtigkeit und der Inklusion unterrepräsentierter Gruppen im täglichen Hochschulleben. Darüber hinaus debattierten die Teilnehmenden des Symposiums auch darüber, wie zukunftsweisende Strategien zur Bewältigung gesellschaftspolitischer und globaler Herausforderungen entwickelt werden können.

Diversity ist ein Projekt. Mit ihrem gemeinsamen Vortrag "Potenziale und Herausforderungen des Diversity Managements an Hochschulen" eröffneten Prof. Dr. Andrea Bührmann, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit der Georg-August-Universität Göttingen, und Prof. Dr. Katrin Hansen, Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Internationales der Westfälischen Hochschule, die gleichnamige erste Sektion des Symposiums. Der zweite Symposiumstag widmete sich thematisch zunächst dem "Fokus: Diversität in Studium und Lehre" - so beispielsweise den Forschungen von Dr. Christina Möller, Vertretungsprofessorin für Soziologie an der FH Dortmund, zum Thema "Diverse Professorenschaft" und dem Educational Diversity Management der TH Köln, vorgestellt von der Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Prof. Dr. Sylvia Heuchemer.

Diversity ist ein Erfolgsfaktor. Dr. Dirk Jakobs, Leiter des Global Diversity Office der Daimler AG, nahm in der letzten Sektion "Perspektive: Wandel gestalten - wie könnte das gelingen?" die Gäste mit in die Welt der freien Wirtschaft, wo Erfolg sich mit Hilfe harter Zahlen messen lässt. Er verwies darauf, dass die Arbeit in divers zusammengesetzten Teams effizienter ist; zugleich lege das Unternehmen aber auch großen Wert darauf, die Interessen einer immer heterogener werdenden Kundschaft in der strategischen Planung zu berücksichtigen. Auch an Hochschulen ist ein kluger Umgang mit Diversität der richtige Weg, betonte Prof. Dr. Holger Burckhart, HRK-Vizepräsident und Rektor der Universität Siegen:

„Widersprechen sich Exzellenz und Diversity? Nein: Gelungenes Diversity-Management entdeckt, fördert, verbindet Talente – und von diesen lebt Exzellenz.“

Verantwortlich für das Programm waren Prof. Dr. Doris Klee, Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs der RWTH Aachen, Manuela Aye, Leiterin der Rektoratsstabsstelle Integration Team – Human Resources, Gender and Diversity Management (IGaD) der RWTH Aachen, und Prof. Dr. Josef Rosenkranz, Prorektor für Studium und Lehre der FH Aachen. Die beiden großen Aachener Hochschulen haben ihre sehr gute Kooperation durch das Symposium untermauert, beide haben ein gemeinsames Interesse am Thema Diversity. Die RWTH hat bereits 2007 eine Stabsstelle für Gender und Diversity Management gegründet und hat damit eine anerkannte Vorreiterposition inne, die FH Aachen ist eine der ersten Hochschulen, die am Audit „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbands teilgenommen haben.

„Diversity ist eine auf Dauer angelegte Aufgabe“, darin sind sich Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH, und Prof. Dr. Josef Rosenkranz einig, „daher werden wir uns auch in Zukunft intensiv für einen entsprechenden Kulturwandel an unseren Hochschulen einsetzen.“