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02.02.2012: Informatik-Kolloquium

Referent: Dr. Carsten Weise, IVU Traffic Technologies AG

Thema: Das Smartphone steuert den Bus

Zusammenfassung:

Informatik spielt - für viele unbemerkt - eine große Rolle in der modernen Verkehrsinfrastruktur.

Die Flotten moderner Verkehrsbetriebe kommen ohne zentrale Leitstellen und deren Gegenstück auf dem Fahrzeug, dem Bordcomputer, nicht mehr aus. Dieser Bordcomputer ist ein komplexes eingebettetes System, dass einem heutigen Smartphone ähnlicher ist als man erwarten würde.

Der Vortrag stellt die Komplexität der Steuerung des Busses durch den Bordcomputer dar, und beschreibt den Bordcomputer als ein typisches Beispiel eines mobilen, eingebetteten Systems.

Dabei beschäftigt sich der Vortrag nicht nur mit der Software- und Hardware-Architektur des Bordcomputers, sondern stellt darüber hinaus den zugrundeliegenden, industriellen Entwicklungsprozess vor und gibt somit einen Einblick in den typischen Arbeitsalltag eines Software-Entwicklers.

Zum Referenten:

Dr. Carsten Weise hat an der RWTH Aachen im Bereich der Theorie der Echtzeitsysteme promoviert und anschließend als Assistant Professor an der Universität Aalborg im Bereich eingebettete Systeme gearbeitet, u.a am Modelchecking-Werkzeug Uppaal (http://www.uppaal.com). Danach hat er acht Jahre in verschiedenen Position bei der Ericsson Deutschland GmbH gearbeitet.

Die letzten Jahre war Dr. Weise als Forscher im Exzellenz-Cluster UMIC tätig, und hat zeitgleich verschiedenen Industrie-Kooperationen im Bereich eingebettete Systeme betreut. Seit Mai letzten Jahres ist er als Teamleiter der IVU Traffic Technologies AG für die Entwicklung des Bordcomputers zuständig.

Dr. Weise widmet sich insbesondere der Verbindung von wissenschaftlicher Theorie und industrieller Praxis, und ist Veranstalter der TAICPART 2012 (Testing: Academic & Industrial Conference, Practice and Research Techniques).

11.01.2012, sts


18.01.2012: Informatik-Oberseminar

Referent: Dipl.-Informatiker Daniel Stein

Thema: Soft Features for Statistical Machine Translation of Spoken and Signed Languages

Abstract:

Ziel der statistisch-maschinellen Übersetzung ist eine Überführung von unbekannten Sätzen aus einer Quellsprache in eine Zielsprache. Zu diesem Zweck werden durch statistische Analyse aus bestehenden zweisprachigen Datensammlungen Regeln zur Übersetzung extrahiert. Mittels eines probabilistischen Ansatzes werden mehrere alternative Sätze generiert, die durch Merkmalsfunktionen bewertet werden. Die Alternative mit der höchsten zugewiesenen Wahrscheinlichkeit wird dann als Übersetzung ausgegeben.

In diesem Vortrag wird der Einfluß von mehreren, meist linguistisch motivierten, Merkmalsfunktionen auf die Qualität der statistisch-maschinellen Übersetzung untersucht. Durch die beschriebenen Funktionen wird keine der Alternativen völlig verworfen, so dass die Variabilität des Übersetzers erhalten bleibt. Analysiert werden Sprachpaare gesprochener Sprachen (z.B. Deutsch, Englisch oder Chinesisch) untereinander.

Der Vortrag beschäftigt sich auch mit der automatischen Gebärdensprachübersetzung als Spezialfall der maschinellen Übersetzung. Es wird zunächst auf die Besonderheiten der Gebärdensprache als Kommunikationsmittel eingegangen. Bestehende Datensammlungen werden analysiert, außerdem werden der RWTH-Phoenix Corpus und der Corpus NGT vorgestellt, die im Rahmen der Doktorarbeit erweitert wurden bzw. entstanden sind. Dann werden die beiden Datensammlungen eingehend auf Eignung zur maschinellen Übersetzung geprüft. Aufgrund ihrer relativ geringen Größe ist eine Anpassung der bestehenden Verfahren sinnvoll. So kann durch Einsatz von (in der maschinellen Übersetzung eher unüblichen) Kreuzvalidierung eine signifikanten Verbesserung der Übersetzungsqualität erreicht werden. Auch durch morpho-syntaktische Vor- und Nachverarbeitung gelingt es in der Übersetzung, einen wohlgeformteren Satz zu finden bzw. mit die zusammengesetzten Wörter im Deutschen besser zu erfassen. Neben dem Vergleich zweier Übersetzungsparadigmen werden auch Verfahren aus der Systemkombination erfolgreich auf diese Sprachrichtung eingesetzt.

02.01.2012, sts